Ruegen
Ostsee

Kap Arkona

Das Kap Arkona ist die Nordspitze der Insel Rügen. Zwei Leuchttürme, direkt nebeneinander, geben dem Kap auf der Halbinsel Wittow sein unverwechselbares Aussehen. Das Panorama ist sehr beeindruckend. Sie stehen direkt an der 45 Meter aus der Ostsee aufragenden Kreide-Steiküste, die an drei Seiten vom Meer umspült wird.

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Der Leuchtturm von Kap Arkona

Die beiden Leuchttürme haben eine lange Geschichte. Der Bau des Kleineren der beiden beruht auf Plänen des berühmten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Er wurde in den Jahren 1826 und 1827 errichtet und ein Jahr später in Betrieb genommen. Es ist ein imposanter dreistöckiger Backsteinbau mit quadratischer Grundfläche. Zum Gedenken an seinen Architekten wird er auch Schinkelturm genannt. Noch heute gelangt man über die originale Gusseisentreppe hinauf zur Aussichtsplattform, von der man einen schönen Ausblick bis hinüber zur dänischen Insel Moen hat. Der zweite und größere Turm wurde zu Beginn des 20.Jahrhunderts in Dienst gestellt. Mit seinen 35 Metern Höhe überragt er seinen Vorgänger um gute 15 Meter. Seit einer technischen Überholung im Jahr 1995 erstrahlt sein Leuchtfeuer nun heller denn je durch eine Halogenleuchte. Neben den beiden Leuchttürmen steht, etwas abseits, ein dritter Turm. Der Marinepeilturm aus dem Jahr 1927 fungierte als Funkfeuerturm. Heute ist er außer Dienst und beheimatet ein kleines Atelier.

Jährlich pilgern knapp eine Millionen Menschen zum Kap Arkona, um seine eindrucksvolle Kulisse zu bestaunen und den unverwechselbaren Blick auf die Ostsee zu genießen. Damit ist das Kap eines der beliebtesten Rügen Ausflusziele. Der Spaziergang zum nahe gelegenen Fischerdorf Vitt, wird dabei selten ausgelassen. Hier findet man noch die Ursprünglichkeit, die an anderen Stellen auf Rügen schon lange der Hektik des Tourismus weichen musste.

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Der Eingang zum Arkona-Bunker

Zu den Attraktionen von Kap Arkona zählen auch die Überreste slawischen Jaromarsburg, dem wohl bedeutendsten Relikt slawischer Kultur in Deutschland. Es handelt sich hierbei um eine Kultstätte des slawischen Stammes der Ranen. Diese nutzten den Tempel innerhalb der Wallanlage im 6. – 12.Jahrhundert, um ihren Göttern zu huldigen. Nach der Eroberung durch die christlichen Dänen wurde der Tempel zerstört. Heute sind nur noch Reste der Wallanlage zu besichtigen.

Weiter kann der geschichtsbegeisterte Urlauber zwei Bunker am Kap besichtigen. Einer ist unter Regie der Wehrmacht in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden, der andere stammt aus DDR-Zeit und wurde von der NVA betrieben. Das Kap hatte zu Zeiten des Kalten Krieges eine herausragende strategische Bedeutung. So nutze natürlich nicht nur die NVA die am Kap Arkona gewonnenen Erkenntnisse über NATO-Aktivitäten, diese wurden im eigenen Übersetzungsbüro bearbeitet und gleich an die entsprechenden Institutionen der sowjetischen Streitkräfte weitergeleitet.